Welche Beschwerden
können manuell behandelt werden?
Allgemeine Beschwerden
- Bewegungseinschränkungen an der Wirbelsäule und den Extremitäten
- Funktionsbeeinträchtigung des Schultergelenks
- Taubheits- und Kribbelgefühl im Bereich der Halswirbelsäule, Kopf und Nacken
- Schwindel
- Hörstörungen, Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwindel
- Schluck- und Stimmstörungen, Engegefühl im Hals
- Schwellungen der Hände oder Beine
- Kiefergelenksstörungen
- Hüftbeschwerden
- Überlastungen im Sport
Schmerzen
- akute und chronisch schmerzhafte Krankheiten
- Nackenschmerzen
- schmerzhafte Wirbelsäulenbeschwerden
- schmerzende Gelenke
- Schmerz der Extremitäten Arm, Bein (z. B. Schulter- oder Knieschmerzen)
- Beckenschmerzen
- chronischer Kopfschmerz, Migräne
- Gesichtsschmerzen
Verletzungen
- Sportverletzungen
- Unfälle und deren Folgen
Chronische Schmerzen – Ist es ADHS?
Zwei Seiten der gleichen Medaille
Die Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten psychiatrischen Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters. In der Mehrzahl der Fälle bleibt die Störung lebenslang bestehen, so dass von auch rund 4% bei Erwachsenen davon betroffen sind. Das Erscheinungsbild der ADHS verändert sich im Lauf des Lebens. Im Erwachsenenalter tritt die motorische Hyperaktivität deutlich zurück – Erwachsene springen nicht über Tische und Bänke, wie das verbreitete (aber nicht immer zutreffende) Bild des kindlichen ADHS suggerieren würde.
Bei ADHS liegt – vereinfacht – eine Überfrachtung des Gehirnes mit äußeren Reizen vor. Das Gehirn ist nicht in der Lage, zwischen wichtigen und unwichtigen Reizen zu unterscheiden. Möglicherweise trifft dies auch für Schmerzreize zu, so dass sich Schmerzen verselbstständigen können.
In meiner eigenen Praxis habe ich deutliche Besserungen chronischer Schmerzen nach Beginn einer ADHS-Behandlung erlebt.
In einer norwegischen Studie von 2013 berichteten fast alle ADHS-Patienten über Schmerzen. Lediglich 8% der ADHS-Patienten gaben an, in den zurückliegenden zwei Wochen keine Schmerzen gehabt zu haben (6). In einer neueren Untersuchung konnten diese Befunde bestätigt werden: In einem psychiatrischen Patientenklientel hatten 80% der Patienten mit chronischen Schmerzen eine ADHS (7).
Die Verbindung zwischen der Schmerzsymptomatik und der ADHS ist wahrscheinlich in einer Dysregulation innerhalb des Gyrus cinguli im Gehirn zu suchen. Aus der Schmerzforschung wissen wir um die Bedeutung des Gyrus cinguli als eine der zentralen Verarbeitungsinstanzen des Schmerzes (8, 9). Gleichzeitig zeigen funktionelle Untersuchungen des Gehirnes auch, dass es bei ADHS zu einer Regulationsstörung im Gyrus cinguli kommt (5, 10).
5. Tripp G, Wickens JR. Neurobiology of ADHD. Neuropharmacology. 2009;57(7-8):579–89.
6. Stray LL, Kristensen Ø, Lomeland M, Skorstad M, Stray T, Tønnessen FE. Motor regulation problems and pain in adults diagnosed with ADHD. Behavioral and Brain Functions. 2013;9(1):18.
7. Udal ABH, Stray LL, Stray T, Bertelsen TB, Pripp AH, Egeland J. ADHD-pain: Characteristics of chronic pain and association with muscular dysregulation in adults with ADHD. Scand J Pain. 2024;24(1).
8. Kasanetz F, Acuña M, Nevian T. Anterior cingulate cortex, pain perception, and pathological neuronal plasticity during chronic pain. 2022. p. 193–202.
9. Lançon K, Séguéla P. Dysregulated neuromodulation in the anterior cingulate cortex in chronic pain. Front Pharmacol. 2023;14:1289218.
10. Vaidya CJ. Neurodevelopmental abnormalities in ADHD. Curr Top Behav Neurosci. 2012;9:49–66.